Die Führerschule der deutschen Ärzteschaft
in Alt Rehse

J.Zapnik

Für die in diesen Aufsatz eingeflossenen Anregungen und Materialien danke ich Herrn Dr. Köpp (Alt Rehse), Herrn Dr. Walraph (Neubrandenburg) und der M.A.L.K. e.V. (Alt Rehse).

I.
Die nur noch schwer überschaubare Masse der publizierten Beiträge zur nationalsozialistischen Gesundheitspolitik, insbesondere zu Fragen der Rassenhygiene und Euthanasie, widmet sich den verschiedenartigsten Fragestellungen.
Trotz dieser immensen Themenvielfalt blieb die "Führerschule der deutschen Ärzteschaft" in Alt Rehse von der Forschung relativ unbeachtet.
Vor allem die dünne Quellenüberlieferung erschwert die Gewinnung von Informationen erheblich, zur "Führerschule" konnten bislang nur Streubestände ausfindig gemacht werden. Doch die wenigen ausgewerteten Quellen sind durchaus geeignet, bestimmte Aussagen zur Bedeutung der "Führerschule der deutschen Ärzteschaft" für die nationalsozialistische Gesundheitspolitik zu formulieren.
An dieser Stelle soll also versucht werden, die bisher gewonnenen Erkenntnisse zu bündeln, ohne natürlich einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.


Karte


Lagepan

Luftaufnahme der "Führerschule"

II.
Um nationalsozialistisches Gedankengut breiten ärztlichen Kreisen zugänglich zu machen, initiierte der Nationalsozialistische Deutsche Ärztebund (NSDÄB), nach einer Idee seines Geschäftsführers Dr. med. Hans Deuschl, den Aufbau der "Führerschule der deutschen Ärzteschaft".
Bereits am 29.9.1933 genehmigte das Mecklenburg-Schwerinsche Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten den Kaufvertrag zwischen dem Verband der Ärzte Deutschlands (Hartmannbund e.V.) und den Eigentümern des Gutes Alt Rehse.
Der ministeriellen Genehmigung gingen zähe Verhandlungen voraus, die von einer nicht zu übersehenden Einflußnahme maßgeblicher Stellen aus Staat und Partei begleitet wurden. Als Beleg hierfür darf jenes Schreiben des Rostocker Rechtsanwalts Ditten vom 28.9.1933 gelten, das an das Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten mit folgendem Inhalt gerichtet war:
"Der Verband der Ärzte Deutschlands hat das Gut Alt Rehse bei Penzlin gekauft, um dort ein Schulungslager für die Medizinalpraktikanten Deutschlands einzurichten und zwar ähnlich dem Schulungslager für preußische Referendare in Jüterbog. Über den Ankauf des Gutes hat Herr Dr. Deuschl von der Reichsleitung der NSDAP in München mit dem Herrn Reichsstatthalter Hildebrandt vor einigen Tagen verhandelt. Der Herr Reichsstatthalter hat zum Ausdruck gebracht, daß er allergrößten Wert darauf lege, daß das nationalsozialistische Schulungslager nach Mecklenburg-Schwerin käme. Er hat, wie Dr. Deuschl mitteilte, zugesagt, daß bei Zustandekommen des Vertrages unverzüglich die Genehmigung ausgesprochen und auch unverzüglich der Verzicht des Siedlungsamtes bzw. Landlieferungs-Verbandes (auf das Vorkaufsrecht für das Gut Alt Rehse, der Vf.) herbeigeführt werde....
Der Verband der Ärzte Deutschlands (Hartmannbund e.V.) in Leipzig hat ein Interesse an Alt Rehse nur, wenn unverzüglich die Angelegenheit geregelt wird."

Obwohl der Aufbau der "Führerschule" alle nur erdenkliche Förderung durch maßgebliche NSDAP-Kreise erfuhr, verzögerten die Anfang Oktober 1933 offen zutage tretenden Streitigkeiten innerhalb der Erbengemeinschaft Gut Alt Rehse jeden Fortschritt des angedachten Projektes.
Am Ende der für die Führung des NSDÄB unliebsamen Kontroverse stand die Enteignung der Eigentümer des Gutes Alt Rehse gegen Entschädigung zugunsten des Hartmannbundes e.V. im August 1934.

III.
Am 1.6.1935 konnte die "Führerschule der deutschen Ärzteschaft" im Beisein bedeutender Vertreter des "Dritten Reichs" feierlich eröffnet werden.
Neben dem Stellvertreter Adolf Hitlers, Rudolf Heß, und seinem Stabsleiter Martin Bormann, versammelten sich in Alt Rehse u.a. die gesamte Reichsärzteführung unter Leitung des Reichsärzteführers Dr. med. Gerhard Wagner und der Reichsstatthalter und Gauleiter von Mecklenburg-Schwerin Friedrich Hildebrandt.
Um die überaus große Bedeutung der "Führerschule" zu betonen, übertrug der Hamburger Rundfunk die Eröffnung direkt in alle Landesteile Deutschlands.
Eröffnungsansprache Dr. Wagner
Die zukünftigen Aufgaben der "Führerschule" umriß der Reichsärzteführer Dr. med. Gerhard Wagner in seiner Eröffnungsansprache ansatzweise:
"Es sollen hier ärztliche Führer herangebildet werden, die vorher schon ihre weltanschauliche Schulung in der Partei erhalten."
Prägnanter umschrieb der Schulungsleiter der "Führerschule" Dr. med. Peltret, in seinem Einführungsvortrag den künftigen Aufgabenbereich:
"Der Arzt ist berufener weltanschaulicher Lehrer und Erzieher, der Arzt ist berufener Politiker sowie politischer Lehrer und Erzieher des Deutschen Volkes.... Die Erhaltung des artgleichen und gesunden Bestandes des deutschen Volkes ist die Hauptaufgabe des Arztes."
Noch deutlicher formulierte Alfred Rosenberg (Beauftragter Adolf Hitlers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP) in seinen Vorträgen in Alt Rehse den Anspruch des Nationalsozialismus gegenüber der Ärzteschaft:
"Der nationalsozialistische Rassegedanke fordert eine Ausmerzung der Erbuntüchtigen und eine Förderung alles wertvollen Rassengutes".
Die eigentliche Inbetriebnahme der "Führerschule" erfolgte bereits vor ihrer offiziellen Eröffnung im Mai 1935 unter der Leitung von Dr. med. Deuschl.
Auf Anweisung des Reichsärzteführers Dr. med. Wagner besuchten zunächst die Gauamts- und Verwaltungsstellenleiter des Amtes für Volksgesundheit der NSDAP die entsprechenden Kurse. Ein solcher Kurs umfaßte in der Regel ca. 100 Teilnehmer und dauerte bis zu vier Wochen. Die Kosten für derartige Kurse übernahm die Reichsleitung der NSDAP. Nach den Funktionsträgern der NSDAP wurden alle hauptamtlichen Geschäftsführer und Amtsleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands nach Alt Rehse zur Schulung einbestellt.
Der Kreis der Schulungsteilnehmer in Alt Rehse wurde schon auf der Eröffnungsveranstaltung deutlich umrissen:
"An den ersten Lehrgängen nehmen in erster Linie solche Ärzte teil, die im Gesundheitswesen der Partei und ihrer Gliederungen, im Amt für Volksgesundheit, in der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands und innerhalb der übrigen Organisationen und Einrichtungen der Ärzteschaft besondere verantwortungsvolle Aufgaben als Amtsträger zu erfüllen haben. Späterhin werden dagegen die jungen deutschen Ärzte, die nach charakterlicher und persönlicher Eignung berufen scheinen, in Alt Rehse zu künftigen ärztlichen Führern herangebildet."

Die Schulungsarbeit in Alt Rehse selbst hielt sich an enge thematische Vorgaben.
Zusammenfassend lassen sich folgende Themenkomplexe aufführen:

  1. Rassen- und Bevölkerungspolitik im nationalsozialistischen Staat,
  2. Erbbiologie und Rassenpflege,
  3. Organisation des Gesundheitswesens in der NSDAP,
  4. Staatliches Medizinalwesen,
  5. Kriegssanitätswesen, Kampfgaschemie, Heeressanitätswesen.
Während sich 1935 die Schulungsarbeit in Alt Rehse vornehmlich an Funktionsträger der NSDAP und der ihr angeschlossenen Organisationen wendete, wobei in diesem Jahr ca. 1000 Ärzte Kurse an der "Führerschule" besuchten, fand im Jahr 1936 eine verstärkte Hinwendung zu den "Jungarztkursen" statt.
Hier sah die Reichsärzteführung eine ihrer wichtigsten Aufgaben, gerade die "Jungärzte" in nationalsozialistisches Gedankengut einzuweisen.
Nicht nur als Schulungsobjekt fand die "Führerschule" Verwendung, sie diente gleichzeitig der Reichsärzteführung zur Darstellung der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik gegenüber dem Ausland. So machten sich ab 1936 verschiedene ausländische Besuchergruppen mit den Aufgaben der "Führerschule" vertraut.
Daneben nutzten aber auch andere Berufsverbände die Schulungsmöglichkeiten in Alt Rehse, so fanden u.a. Universitätsdozentenkurse wie auch Kurse für Hebammen statt.
1937 beschrieb Reichsärzteführer Wagner rückblickend den Grund der Errichtung der "Führerschule":
"Der Arzt, wie wir ihn verstehen, soll auch die seelische Führung des Menschen übernehmen können, der in seiner Not zu ihm kommt. Ich weiß, daß sich nicht alle Ärzte auf diese neuen Aufgaben umstellen können. Wir bemühen uns, eine weitgehenste Ausrichtung der Ärzteschaft zu erzielen und haben hierfür in Alt Rehse die Führerschule der deutschen Ärzteschaft geschaffen. Wir fassen hier die Ärzte in Kursen zusammen und wollen ihnen all' das vermitteln, was bisher an der Hochschule noch keinen Platz gefunden hat und was oft von besonderer Bedeutung in der Gesundheitsführung ist."

Welch hohen Stellenwert die "Führerschule" für die NSDAP aufwies, verdeutlicht zweifellos der Arbeits- und Aufgabenbericht des Hauptamtes für Volksgesundheit vom 12.2.1938. Nach der Aufzählung der allgemeinen Aufgaben sind die Aussagen zur Erb- und Rassenpflege besonders aufschlußreich.
An erster Stelle dieses wichtigen Bereiches steht die Schulung der beim Hauptamt für Volksgesundheit zugelassenen Ärzte, immerhin 23414 von 35117 der frei in Deutschland praktizierenden Mediziner. Die Schulung der beim Hauptamt für Volksgesundheit zugelassenen Ärzte fand in der "Führerschule der deutschen Ärzteschaft" statt. Bis zu obigem Datum wurden ca. 3000 Ärzte der Schulung in Alt Rehse unterworfen. Die Kosten der Kurse übernahm die deutsche Ärzteschaft.
Zusätzlich zur "Führerschule" wird in der Rubrik Erb- und Rassenpflege das Erbbiologische Forschungsinstitut Alt Rehse aufgeführt, als Kostenträger fungierte ebenfalls die deutsche Ärzteschaft.

IV.
An dieser Stelle sollen zwei Personen näher vorgestellt werden, die prägenden Einfluß auf die tägliche Arbeit der Führerschule ausübten.
Überaus eng mit der Errichtung der Führerschule der deutschen Ärzteschaft" ist der Name Deuschl verwoben.
Dr. med. Hans Deuschl, geboren am 21.7.1881 bei München, gestorben am 27.4.1953 in Starnberg, gilt heute als einer der maßgeblichen Initiatoren beim Aufbau der Führerschule. Nach Medizinstudium, unterbrochen durch den 1. Weltkrieg, Promotion und Approbation übte Deuschl verschiedene ärztliche Tätigkeiten aus, u.a. als Medizinalpraktikant an einer Heil- und Pflegeanstalt.
Das Jahr 1931 bedeutete eine nachhaltige Zäsur im Leben Deuschls, er übernahm die Funktion des Geschäftsführers des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes (NSDÄB), einer damals noch recht unbedeutenden Gruppe von Ärzten, die die Ziele der NSDAP innerhalb der Ärzteschaft durchsetzen helfen sollten. Mit der offiziellen Eröffnung der "Führerschule" übernahm Deuschl gleichzeitig deren Leitung, eine Zeit, die er im Rückblick als die glücklichste seines Lebens beschrieb.
Doch mit dem frühzeitigen Tod des Reichsärzteführers Dr. med. Gerhard Wagner am 25.3.1939 verlor Deuschl jeglichen Rückhalt innerhalb des NSDÄB.

Als Nachfolger des verstorbenen Reichsärzteführers wurde Dr. med. Leonardo Conti eingesetzt. Deuschl und Conti führten bereits 1932 einen heftigen Streit, der vom Untersuchungs- und Schlichtungsausschuß der NSDAP beendet werden mußte.
Eine Auseinandersetzung mit dem Reichsleiter Martin Bormann beendete Deuschls Tätigkeit an der "Führerschule". Im Dezember 1940 mußte die Familie Deuschl Alt Rehse verlassen. Im Januar 1941 wurde Deuschl offiziell von der Leitung der "Führerschule" entbunden. Erst Mitte November 1941 gelang es, für den tief gestürzten, ehemals hoch angesiedelten Medizinalfunktionär Deuschl ein neues Betätigungsfeld zu finden. Deuschl übernahm die Leitung des Gesundheitswesens beim Generalkommissar für Estland in Reval.
Bezeichnend für Deuschls Haltung war das Schreiben vom 24.1.1942, das er an Himmler richtete. Deuschl beschrieb kurz die Lage der russischen Kriegsgefangenen, die unter verschiedenen Krankheiten litten:
"Auf Grund meiner Beobachtung vertrete ich die Ansicht, daß hier radikal durchgegriffen werden muß und die Hälfte der russischen Kriegsgefangenen erschossen werden soll.

In diesem Fall können wir:
1. die übrig bleibende Hälfte mit dem doppelten der bisherigen Lebensmittel versehen und haben dann wirkliche Arbeitskräfte,
2. mit der Kleidung und der Wäsche der Erschossenen kann die übrig bleibende Hälfte wieder halbwegs versehen werden,...
3. Ehe auch nur ein deutscher Soldat, ja auch nur ein Este an einer Seuche stirbt, sterben mir lieber 500 bolschewistische Bestien, die übrigens zu einem größten Teil im Laufe der Zeit bei den jetzigen Verhältnissen doch an Hunger, Erfrieren, oder an einer Seuche eingehen."

Himmler antwortete darauf lapidar, Deuschl möge sich an die SS wenden, dort wüßte man mit solchen Problemen umzugehen.

Anfang April 1943 verließ Deuschl Reval, da er dem Klima nicht gewachsen war. Das restliche Jahr 1943 versuchte Deuschl zum wiederholten Male eine Beschäftigung zu finden. Ende 1943, Anfang 1944 erhielt Deuschl schließlich unter Zuhilfenahme maßgeblicher Parteikreise den Posten des Bürgermeisters von Starnberg, den er wahrscheinlich bis Kriegsende innehatte.

Innerhalb des eigentlichen Lehrbetriebes an der "Führerschule" spielte Prof. Dr. Hermann Alois Boehm als Schulungsleiter eine besondere Rolle.
Boehm, am 27.10.1884 in Fürth bei Nürnberg geboren, darf als typischer Arzt nationalsozialistischer Ausprägung angesehen werden.
Boehm, ausgestattet mit der NSDAP-Mitgliedsnummer 126, begann frühzeitig seine Forschungen auf rassenhygienisches Gebiet auszudehnen. Er galt innerhalb der NSDAP als Person mit einem erheblichen Wissensstand auf diesem Gebiet, so daß ihm die entsprechenden Ämter anvertraut wurden. Von 1931-1933 fungierte er als rassenhygienischer Referent des NSDÄB und vom Juni 1933 bis Juli 1934 als wissenschaftlicher Leiter für Vererbungslehre und Rassenhygiene beim Reichsausschuß für Volksgesundheit.
Am 19.11.1934 erfolgte seine Ernennung zum ordentlichen Honorarprofessor für Rassenpflege an der Universität Leipzig. Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Publikationstätigkeit lagen bis 1934 hauptsächlich bei rassenhygienischen Fragestellungen, ohne das er allerdings in die erste Reihe der Rassenhygieniker vorstoßen konnte.
Im März 1937 wurde Boehm als Schulungsleiter durch den Reichsärzteführer Dr. med. Wagner an die "Führerschule" berufen. Arbeitsschwerpunkt Boehms blieb hierbei die Vermittlung von Kenntnissen in der Erb- und Rassenpflege. Gleichzeitig wurde Boehm die Möglichkeit eröffnet, ein eigenes erbbiologisches Forschungsinstitut aufzubauen.
Dieses Institut sollte primär die Lehrgangsteilnehmer der "Führerschule" an die Grundlagen der Vererbungslehre heranführen.
Boehm beschrieb seine Aufgabe in Alt Rehse so:
"Es war von vornherein mein Plan, in dem Institut Nachwuchs auf dem Gebiete der Erbbiologie und Rassenhygiene heran zu ziehen."

Neben seiner eigentlichen Arbeit an der "Führerschule" erstellte Boehm als einer der wenigen Einzelgutachter erbbiologische Abstammungsgutachten.
Problematisch gestaltete sich für Boehm 1942 die Haltung des Reichsgesundheitsführers Conti, der Boehm bedeutete, das er für das Erbbiologische Forschungsinstitut im Rahmen der "Führerschule" keine Zukunft mehr sehe.
Diese Aussicht veranlaßte Boehm für sein Institut und natürlich für sich selbst Anschluß an eine universitäre Struktur zu suchen.
Die Universität Rostock zeigte sich seinem Vorhaben gegenüber überaus aufgeschlossen. Es gelang aber anscheinend nicht, alle Entscheidungsträger so in das Projekt einzubinden, das eine schnelle Übernahme des Erbbiologischen Forschungsinstitutes Alt Rehse durch die Universität Rostock realisiert werden konnte.
Da Boehm seitens der Reichärztekammer u.a. eine Versetzung in die besetzten Ostgebiete befürchtete, nahm er einen Ruf an die Universität Gießen an.
Boehm trat seinen Dienst in Gießen zum 1.1.1943 an.

V.
Ausgehend von den skizzenhaft dargelegten Zielen, die mit der Errichtung der Führerschule verknüpft waren, läßt sich deutlich feststellen, daß man ein Vorhaben realisierte, das der Vermittlung nationalsozialistischen Gedankengutes dienen sollte.
In der "Führerschule der deutschen Ärzteschaft" kam es weniger auf die fachlich-medizinische Aus- und Weiterbildung an, sondern vielmehr auf die ideologische Beeinflussung. Hier wurde der "ärztliche Führer" geformt, der an vorderster Stelle die "Reinhaltung der arischen Rasse" unter allen Umständen zu gewährleisten hatte.
Die Ausbildung an der "Führerschule" legte das geistige Fundament, bot das notwenige rassenhygienische Rüstzeug, das es dem Arzt letztendlich ermöglichte, selbst das "lebensunwerte Leben" mittels Giftspritze, Nahrungsmittelentzug oder Gas zu beenden.
Gerade die bei staatlichen Behörden angestellten Ärzte durchliefen in großen Teilen die "Führerschule der deutschen Ärzteschaft".
Diese Personengruppen sind aber später oftmals die tragenden Kräfte bei der Durchsetzung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und vor allem bei der Durchführung der Euthanasie.


 

Auf dem Gelände der ehemaligen "Führerschule" wurde 1998 ein Mahn- und Sühnestein mit der Aufschrift:
Das Geheimnis unserer Erlösung ist die Erinnerung
aufgestellt.




Bilder aus dem heutigen Alt Rehse:

Ein kurzer Ausschnitt aus einer filmischen Dokumentation:

Informationen über Bezugsmöglichkeiten
bitte bei Dr. Walraph erfragen.
( mail@dr-walraph.de )